Wir unterbrechen am 18. Februar 2026 die Wärmeversorgung im Gewerbegebiet Stadtheide in Schwäbisch Hall. Betroffen sind folgende Straßen: Steinbeisweg und Aschenhausweg. Grund sind Reparaturarbeiten am Wärmenetz.

 

PFAS-Grenzwerte für Trinkwasser eingeführt

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PFAS-Grenzwerte für Trinkwasser eingeführt

Seit Mitte Januar gelten in Deutschland erstmals Grenzwerte für PFAS (Ewigkeitschemikalien) im Trinkwasser. Wir überwachen die PFAS-Konzentration in unserem Trinkwasser seit Jahren.

Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Damit es dauerhaft sicher und von hoher Qualität bleibt, werden die gesetzlichen Vorgaben regelmäßig weiterentwickelt. Mit der neuen Trinkwasserverordnung gelten in Deutschland erstmals verbindliche Grenzwerte für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS. Diese Stoffgruppe ist sehr stabil und wird in der Umwelt nur langsam abgebaut. 

Was ändert sich durch die Trinkwasserverordnung?

Die Trinkwasserverordnung führt PFAS-Grenzwerte in zwei Stufen ein: Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert für 20 toxikologisch relevante PFAS-Substanzen. Dieser Wert wird als Summe „PFAS 20“ bezeichnet. Die Summe der Konzentrationen dieser 20 Stoffe darf 100 Nanogramm pro Liter nicht überschreiten.

Ab dem 12. Januar 2028 kommt ein zusätzlicher Grenzwert für vier besonders relevante PFAS-Verbindungen hinzu. Dieser zweite Wert heißt „Summe PFAS 4“ und liegt bei 20 Nanogramm pro Liter.

Wie ist die Situation in Schwäbisch Hall und Rosengarten?

Wir überwachen die Qualität unseres Trinkwassers kontinuierlich und lassen es regelmäßig untersuchen. Ein mögliches Auftreten von PFAS behalten wir dabei bereits seit 2024, zwei Jahre vor dem Inkrafttreten der Grenzwerte, im Blick.

Unsere eigenen sowie die Messungen unserer Vorlieferanten zeigen, dass in den PFAS-Einzel- sowie den Summenparametern alle Ergebnisse unterhalb der Nachweisgrenze liegen. Das bestätigt die sehr gute Qualität unseres Trinkwassers und unterstreicht, dass unsere Maßnahmen zur Sicherung einer sauberen und zuverlässigen Wasserversorgung wirken.

Wir kontrollieren kontinuierlich

Als Wasserversorger tragen wir Verantwortung für die sichere Versorgung in Schwäbisch Hall und Rosengarten. Deshalb prüfen wir unser Trinkwasser fortlaufend, investieren kontinuierlich in unser Wassernetz sowie in die Eigenwassergewinnung und setzen neue gesetzliche Anforderungen konsequent um. Unser Ziel ist klar: Trinkwasser muss nicht nur heute, sondern auch in Zukunft ausreichend in hoher Qualität zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu PFAS (FAQ)

 

 

PFAS ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von mehr als 10.000 synthetischen chemischen Verbindungen. Ihre besondere Stabilität beruht auf der Bindung zwischen Kohlenstoff- und Fluoratomen, eine der stärksten Bindungen in der organischen Chemie.

 

PFAS werden eingesetzt, weil sie wasser-, fett- und schmutzabweisend sind und zudem eine hohe thermische Beständigkeit besitzen. Deshalb finden sie sich in zahlreichen Alltagsprodukten und industriellen Anwendungen, zum Beispiel:

  • Haushalt: Antihaftbeschichtungen (z. B. Teflon), Backpapier, Zahnseide, Teppichimprägnierungen
  • Textilien: Outdoor-Bekleidung, Zelte (z. B. Gore-Tex)
  • Industrie: Feuerlöschschäume, Hydrauliköle, Halbleiterfertigung

 

PFAS bauen sich in der Umwelt praktisch gar nicht ab. Dadurch können sie über lange Zeiträume in Böden und Gewässern verbleiben. In den Wasserkreislauf gelangen die Substanzen unter anderem über Industrieabwässer, Deponien oder Abrieb und Nutzung von Alltagsprodukten.

 

Wenn PFAS in Rohwasser oder Grundwasser auftreten, stellt das Wasserversorger vor große Herausforderungen. Denn: Wir Wasserversorger sind nicht Verursacher möglicher Einträge, tragen aber die Verantwortung dafür, dass das Trinkwasser jederzeit die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Zur Entfernung von PFAS reichen klassische Aufbereitungsverfahren häufig nicht aus. In solchen Fällen müssen Wasserwerke gegebenenfalls aufwendige und kostenintensive Spezialfilter nachrüsten.

Verbände wie der VKU (Verband kommunaler Unternehmen) setzen sich daher dafür ein, dass die Kosten für die Beseitigung solcher Belastungen nicht bei den Wasserversorgern und damit letztlich bei den Kundinnen und Kunden liegen, sondern nach dem Verursacherprinzip mitgetragen werden.

 

Die neuen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung sind gesundheitlich begründet. Sie sind so festgelegt, dass Menschen Trinkwasser lebenslang konsumieren können, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

 
Grafische Darstellung, wo PFAS im Alltag auftritt
Quelle: VKU
 

Kurz gesagt

  • Neue Trinkwasserverordnung: In Deutschland gelten erstmals verbindliche PFAS-Grenzwerte, um Trinkwasser dauerhaft sicher und hochwertig zu halten.
  • Grenzwerte in zwei Stufen: Seit Mitte Januar 2026 gilt PFAS 20 (max. 100 ng/L); ab 2028 zusätzlich PFAS 4 (max. 20 ng/L).
  • Lage in Schwäbisch Hall & Rosengarten: PFAS wird bereits seit 2024 überwacht, alle Messwerte liegen unterhalb der Nachweisgrenze.
  • Kontinuierliche Sicherung: Laufende Kontrollen und Investitionen in Netz und Eigenwassergewinnung, um die Versorgung langfristig sauber und zuverlässig zu gewährleisten.